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Nicht du schaust Fernsehen, der Fernseher schaut dich

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Der Autor des Blogs SEO By The Sea, Bill Slawski, hat zwei Patentanmeldung vorgestellt, die ein erschreckendes Zukunftsbild des gläsernen Menschen aufzeigen. Urheber der Patente, die am 3. Januar 2008 veröffentlicht wurden, ist Microsoft.

Dabei geht es um ein Verfahren zur Erstellung von Nutzerprofilen. Online ist die Generierung eines individuellen Profils nichts Neues. Google nutzt beispielsweise die zahlreichen gewonnen Daten unter anderem aus Klickverhalten, Suchanfragen oder auch Email-Korespondenz aus Gmail-Konten, um gezielte und relevante Werbung zu schalten.

In den beiden Patentanmeldungen des Softwarekonzerns Microsoft ist ein Verfahren beschrieben, wonach Online- und Offlineinformationen zur Genererierung eines Profils genutzt werden können, um gezielt Werbung zu schalten und Suchergebnisse auf die Vorlieben des Nutzers zu optimieren.

Aus Offline-Aktivitäten wie beispielsweise Nutzen von Kreditkarten, Handys, Rabattkarten in Lebensmittelgeschäften oder auch digitales Fernsehen könnten laut Patent Informationen gespeichert und weiterverarbeitet werden, die dem Nutzer im Internet auf seine Volieben abgestimmte Werbung einblenden oder die Rangfolge der Suchergebnissen beeinflussen. Das Online-Verhalten gibt des Weiteren Aufschluss über Erfolg und Misserfolg einzelner Werbeeinblendungen/Suchergebnisse und kann fortwährend angepasst und optimiert werden.

Bill Slawski fasst die Beispiele zur Erstellung eines Profils so zusammen:

User geolocation data — collected by technologies like a global positioning system,

Personal data — such as “personal financial data, person medical data, personal family data, and other data considered private,”

Purchase transaction data — purchases made online and offline, and;

System interaction data — what you watch on TV, your usage of cell phones, computers, and other systems that can be operated offline.

Reactions of a user to information — Collected by cameras, microphones, and/or systems that sense biometric information. The look on your face, the sound of your voice, the emotions that you express when buying something or presented with information could be “recorded, processed, and fed back for analysis to affect the type of advertising presented to the user when s/he goes online.”

Wie es zu einer Verschmelzung der unzähligen Informationen der Offline-Welt zu einem Nutzerprofil kommen kann, lässt das Patent weitestgehend offen. Dass die Idee schon in vielen Köpfen von Marketingexperten geistert, ist anzunehmen. Ein schriftlicher Patentantrag wirkt allerdings bedrohlicher, als bloße Gedankengänge zu einer schönen neuen Welt.

Dass du nach einem schönen Fußballabend beim Surfen im Web Fanartikel zu den Vereinen angeboten bekommst, ist dabei noch ein relativ glimpfliches Beispiel. Die Verschmelzung von Information aus biometrischen Daten, deiner Krankenakte oder auch der Wahl der Zigarettenmarke aus dem Automaten deiner Stammkneipe legt das Wort Privatsphäre ad acta.

Dein Fernseher weiß, was du letzten Samstag geguckt hast… und sagt’s weiter.

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