Das Gegenteil von gut … ist gut gemeint

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Was haben sich diese AOL-Mitarbeiter bloß dabei gedacht?
Während Google vor Gericht zieht, um eine erzwungene Offenlegung tausender Suchanfragen zu verhindern, und das vorläufige Ergebnis der Verhandlungen als einen “Sieg für unsere Nutzer” kommentiert, stellt AOL gleich 20 Millionen Sucheingaben ihrer Nutzer zum Download zur Verfügung.

Wo Google viel Kraft und Geld investiert, geht bei AOL alles unkompliziert und schnell:
20 Millionen Suchanfragen von 658000 Nutzern über einen Zeitraum von drei Monaten. Dazu Datum, Uhrzeit und besuchte Homepage. Gut, es sollte erwähnt werden, dass direkt neben den Suchanfragen nicht gleich Adresse, Telefonnummer und Nummer des Sozialversicherungsausweises zu sehen waren, sondern “lediglich” eine AnonID – eine Nummer für genau einen Nutzer. Dadurch sollte die Anonymität gewahrt bleiben.

Dass das Konzept der Anonymisierung nicht aufgeht, wird deutlich, wenn wir durch die New York Times Ms. Arnold begegnen. Die AOL-Nutzerin ist eine nette ältere Dame, die gerne und häufig nach allerlei Dingen im Internet sucht. Man kann Ms. Arnold durch ihre Suchen richtig gut kennen lernen, Anfragen in der Suchleiste können viel über Hobbys, Vorlieben, Haustiere oder dem Wohnort offenbaren.

AOL entschuldigte sich bereits für dieses “Malheur”. Ein AOL-Sprecher sagte zu dem Vorfall:

Das war keine Verletzung der Datenschutzbestimmungen, es war ein gravierender Verstoß gegen die Unternehmensrichtlinie, keine dummen Sachen zu machen.

Gut gesagt.
Gut gemeint war die Offenlegung der Anfragen durch AOL-Mitarbeiter wohl wirklich. Und immerhin wird dadurch vielen Nutzern einer Suchmaschine deutlich, dass ihnen über die Schulter geschaut wird. Hoffentlich vor allem jenen, die hundertfach nach pornografischen Bildern Minderjähriger suchen.

Zum einen zeigt die Publizierung, dass Google zurecht geklagt hatte, um die Privatsphäre ihrer Nutzer zu schützen. Zum anderen können Erkenntnisse, die aus den gewonnenen Daten gezogen werden, zu weiteren gerichtlich erzwungenen Daten-Offenlegungen der Suchmaschinenbetreiber führen.

Ob mit personellen Konsequenzen zu rechnen sein wird, ist noch unklar. Ein teures Nachspiel hat dieses Missgeschick in jeder Hinsicht für den Internet-Provider, da passt es gut, dass AOL ohnehin gerade an einem neuen Image arbeitet. Unkompliziert und schnell bekommt nämlich durch diesen Vorfall eine völlig neue Bedeutung.

2 Antworten zu “Das Gegenteil von gut … ist gut gemeint”

  1. Google Sitemaps heißt jetzt Webmaster Central » Webdesignblog sagt:

    [...] Ich denke Google ist mit solchen Services auf einem guten Weg noch mehr Nutzer vor allem langfristig zu binden, auch wenn Webmaster Central sicher noch ausbaufähig ist. Wer lieber gleich alle Daten haben möchte muss mal bei AOL vorbeischauen… ;-) Wenn dir der Artikel gefallen hat Bookmarke ihn bei del.icio.us Ähnliche Artikel: [...]

  2. SearchLab Blog » Blog Archive » Gedanken fürs Wochenende sagt:

    [...] Dass die Daten wenigstens gespeichert werden, ist kein Geheimnis, in der Art verfährt so ziemlich jede Suchmaschine, die über die nötigen Kapazitäten verfügt. Durch das “Loggen” der Suchanfragen ergibt sich die Grundlage für analytische Auswertungen, die für eine Verbesserung der Suchergebnisse sorgen sollen. Aber dass die Anfragen personalisiert gespeichert werden, sorgte schon vor einigen Monaten für Furore. Stichwort: AOL. [...]

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