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Die Macht der Suchmaschinen

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Ein internationaler Kongress thematisierte dieser Tage in Berlin die Frage nach der publizistischen Verantwortung der Suchmaschinenbetreiber. Wissenschaftler aus den Bereichen Medien, Wirtschaft, Jura und Informatik hielten unter anderem Vorträge über Auswirkungen der Trefferlisten auf die Meinungsbildung der Nutzer.

“Es gibt nicht nur eine Nutzerethik, sondern auch eine Anbieterethik”, sagte Norbert Schneider, Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM). Mehr Verantwortungsgefühl und Kontrolle werden gefordert. Sollten Maßnahmen der Kontrolle nicht eingeleitet und wahrgenommen werden, so wird von möglichen Initiativen zur Regulierung Seitens des Gesetzgebers gesprochen.

Stefan Keuchel (Google) verwies auf den rein mathematisch basierten Algorithmus, der die Anordnung der Trefferliste bestimmt. Seine englische Kollegin Rachel Whetsone ergänzt:

Wir glauben nicht, auf den ganzen Inhalt des Internets reagieren zu können. Unser Algorithmus nimmt nur die Bewertung nach dem Bestellschlüssel der Nutzer vor und wir arbeiten daran, es so relevant wie möglich zu machen. Legalen Inhalt dürfen sich die Leute ansehen, illegaler wird entfernt. Das ist die einzige Methode.

Dies geht den Kritikern nicht weit genug. Journalistik-Professor Machill plädiert für eine Ausweitung des Online-Angebotes des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und verweist auf die BBC, dessen Online-Präsenz die erste Anlaufstelle für englische Journalisten darstelle.

Google, der Gatekeeper, der mehr Verantwortung und Kontrolle übernehmen und realisieren soll, zum Schutze des Nutzers und der Gesellschaft. Das ist die andere Seite von dem, was den Chinesen als Zensur vorgeworfen wird.

Dabei ist es nicht Google’s Aufgabe, die Informationen am Fließband auszusortieren. Seiten, die zum Beispiel gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen, werden bereits aus dem Index genommen. Der Suchmaschinenbetreiber erfüllt somit die Vorgaben des jeweiligen Staates und würden Google’s Mitarbeiter darüber hinaus die Entscheidung über die Trefferreihenfolge aktiv beeinflussen, würde dann nicht Kritik laut werden, Google sage uns, was wir für relevant zu halten haben?

“Wir glauben an Meinungsfreiheit, nicht an Zensur”, sagt Google-Sprecher Keuchel und stellt aber auch klar, dass man keine Seite in einem Land betreiben könne, ohne sich an Richtlinien zu halten.

Über 200 Kriterien fließen bei der errechneten Wertigkeit einer Seite im Internet ein. Der Google-Algorithums war der Schlüssel zum Erfolg der Google-Gründer und ist bis heute von der Konkurrenz unerreicht.

Suchmaschinen stellen Informationen für den Nutzer bereit, bieten Ergebnisse in der Reihenfolge ihrer Relevanzkriterien und sperren Seiten, die gegen Recht und Gesetz des jeweiligen Landes verstoßen. Die Diskussion um die Macht der Suchmaschinen wird jedoch nicht abklingen und steht gerade erst am Anfang. Dies wohl auch, weil der Hang zum Ruf nach staatlicher Kontrolle bei vielen tiefer verwurzelt ist, als das Bemühen, sich selbstständig und kritisch mit Informationen auseinander zu setzen.

Eine Antwort zu “Die Macht der Suchmaschinen”

  1. SearchLab Blog » Blog Archive » Einen Kommentar wert sagt:

    [...] Das ist der Stoff aus dem soziologische Studien ihre Daseinsberechtigung beziehen. Kaum ist die Frage nach der Macht der Suchmaschinen medial präsent und einige Fernsehbeiträge den Suchgiganten kritisch betrachten, kommt es zu weiträumigen Protestzügen der Nutzerschaft. [...]

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