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Die Google Bombe zündet… zumindest bei cuil.com

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Nach dem Start der neuen Suchmaschine cuil ging es munter her in der Blogosphäre. Es gab kaum ein Feed-Abo in meinem SEO-Reader, dass den Namen der selbst ernannten größten Suchmaschine der Welt nicht in der Überschrift trug.

Das Feedback zum neuen Google-Konkurrenten fällt bisweilen recht einheitlich aus. Positiv werden die semantischen Funktionen zur weiteren Auswahl erwähnt, wobei es hier oft keine weiteren Filtermöglichkeiten gibt… Des Weiteren trifft cuil mit der Ankündigung zum Umgang mit der Privatsphäre den Nerv der Nutzergemeinde.

Bemängelt werden hingegen die schlechten Ergebnisse von Suchanfragen, die drei oder mehr Begriffe beinhalten und auch in Sachen Spamschutz hat cuil noch so einiges vor sich.

Dass sich die Positionen bei cuil größtenteils aus Content-Analysen ergeben und den Faktor der Linkpopularität laut eigener Aussage nicht primär zur Berechnung der Ergebnisse heranziehen, darf aber zumindest aufgrund des folgenden Beispieles angezweifelt werden.

Bei der Suche nach der berühmten Google Bombe “miserable failure” sehen wir den Link zur Biografie von GWB sowie die Internetpräsenz von Michael Moore unter den ersten Treffern. Zwar erkennt man an der weiteren Auswahl, dass cuil hier sehr wohl weiß, dass es sich hier um eine Google Bombe handelt und auf SEO verweist (Semantik), aber dass beide Seiten unter den Top-3 der Ergebnisliste stehen, ist vom rein inhaltlichen Ansatz sehr fragwürdig. Selbst die Suchen nach “miserable” und “failure” als einzelne Suchanfragen bringen die beiden Seiten zum Vorschein. Es stellt sich nun die Frage, ob diese Treffer  aus der genialen semantischen Idee entstanden sind, oder ob cuil hier ganz klar Linktexte und den Ziel-URL ausliest und bewertet.

Die Philosophy von cuil besagt, dass Linkpopularität sinnvoll zur Bewertung von Webseiten zu Suchanfragen ist, aber dass es in der heutigen Zeit eine überholte Methode zur Einschätzung von Milliarden von Webseiten im Internet darstellt. Die Treffer bei diesen Suchanfragen “failure” und “miserable” zeigen, dass cuil in diesen Fällen – wie in vielen anderen Fällen auch – kaum contentrelevante Ergebnisse vorweisen kann, owohl sich die Suchmaschine doch aus einem Pool von mehreren Milliarden Seiten zu bedienen wisse…

Ich möchte die Fähigkeiten der neuen Suchmaschine wegen dieses Beispieles nicht gänzlich in Frage, aber zumindest zur Diskussion stellen. Dass cuil zu derart vielen Anfragen keine Ergebnisse liefert oder dann doch auf die “überholte” Methode Linkpopularität setzt, ist neben dem nicht gehaltenen Index-Versprechen kritisch anzumerken.

Und sollten die heutigen Treffer der damaligen Google-Bombe tatsächlich rein semantischer Natur sein, so kann sich cuil bei größerem Bekanntheitsgrad auf einige semantische cuil-Bomben einstellen. Das würde dann ja problemlos funktionieren… eine “coole Bombe”, nur ohne Link! ;-)

5 Antworten zu “Die Google Bombe zündet… zumindest bei cuil.com”

  1. AndreasNo Gravatar sagt:

    Nettes Bild neben dem Bush. Ich glaube die Wissen ganz genau über diese Googlebomb bescheid und haben sich nur n spass erlaubt. Wenn das mal cuils größtes Problem wäre ;-)

  2. ConstantinNo Gravatar sagt:

    Nach einem Spaß sieht mir das nicht aus. Man verlässt sich leider auch hier maßgeblich nur auf Links aus Rankinkriterium.

    Tja, wenn man nur die bekannten Algos nachprogrammiert, wird man nie besser…

  3. JensNo Gravatar sagt:

    Das positive für Cuil ist doch schonmal folgendes:
    - die bekommen unheimlich viel Aufmerksamkeit in verdammt kurzer Zeit
    - die bekommen sehr viel Traffic und “Links”
    - und Sie bekommen quasi kostenlos so viel Feedback, dass sie doch genau wissen, was die User wollen und wie “schlecht/gut” sie selber sind.

  4. ColinNo Gravatar sagt:

    “wenn man nur die bekannten Algos nachprogrammiert, wird man nie besser…”

    Keine neue Suchmaschine wird völlig ohne Ranking-Aspekte der bisherigen auskommen, das ist doch illusionär. Ich denke, Cuil ist in einer sehr frühen Phase, sie hätten vielleicht den Mund nicht ganz so weit aufmachen sollen und wahrscheinlich haben sie auch einige Prioritäten nicht ganz so optimal gesetzt. Jetzt sind die Erwartung natürlich sehr hoch und sie können sie definitiv (noch?) nicht erfüllen.

    Das Suchergebnis für “miserable failure” passt aber semantisch imho gut, egal, wie es zustandegekommen ist.

  5. Blogistan Panoptikum KW31 2008 auf datenschmutz.net sagt:

    [...] Searchlab wurden einige interessante Beobachtungen zur neuen Suchmaschine Cuil getätigt, Malte Landwehrt [...]

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