Wikipedia bekommt prominente Gesellschaft in den SERPs

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Die Suche nach detallierten Informationen, Daten und Definitionen führt in den meisten Fällen zur freienBrockhaus Online Onlineenzyklopädie Wikipedia. Verweise zu den nutzergenerierten Inhalten (Artikel) der Wikipedia finden sich zu Hauf in den Google Suchergebnissen und werden von vielen als Referenz für korrekte Informationen angesehen. Kritiker weisen mit Nachdruck darauf hin, dass zahlreiche Inhalte und Aussagen schlichtweg falsch sind und somit Unwahrheiten verbreitet werden, die leider nur selten in Frage gestellt würden.

Der Brockhaus – Synonym für das gedruckte Wissen und führendes Nachschlagewerk – hat diese Probleme nicht. Er gilt als wahre Referenz, wohlbemerkt im Printbereich. Dieser Status soll sich mit dem neuen Projekt “Brockhaus online” nun auch ins Web übertragen – und zwar kostenlos. Dabei versteht sich “Brockhaus online” als Wissensnavigator im Internet.

Zum 15. April sollen die umfangreichen Informationen kostenlos online verfügbar sein. Das bisherige Modell bestand aus kostenpflichtigen Abrufverfahren, das im Internet auch wegen der Wikipedia keinen Erfolg verbuchen konnte.

Nun soll das werbefinanziertes Modell einen neuen Meilenstein der online Informationsbeschaffung darstellen. Dabei legt der Mannheimer Traditionsverlag besonderen Wert auf eine inhaltliche Abgrenzung zum großen Konkurrenten Wikipedia. Es wird mit Nachdruck auf die Sicherheit und Richtigkeit der abfufbaren Daten hingewiesen.

So heißt es in der Pressemitteilung:

[...] Der immer unübersichtlicher werdenden Flut von Informationen aus dem Internet stellen wir mit „Brockhaus online“ jetzt ein Wissensportal entgegen, das für Relevanz, Richtigkeit und Sicherheit steht [...]

Klare Ansage an die Wikipedia, denn es heißt weiter:

Der aktuelle Schritt zum werbefinanzierten Modell ermöglicht es allen Menschen, am relevanten, nicht manipulierbaren „Brockhaus-Wissen“ teilzuhaben.

Nutzer werden keinen Einfluss auf die Inhalte des “Brockhaus online” haben, was Manipulation und die Verbreitung fehlerhafter Information ausschließen soll.

Das hört sich alles sehr gut an, Nutzer erhalten kostenlosen Zugang zu hochwertigen Informationen, Google kommt seinem Ziel, das Wissen der Welt für alle zugänglich zu machen, einen kleinen Schritt näher und der Brockhaus lernt die finanziellen Möglichkeiten aus Werbeeinnahmen kennen.

Weniger erfreulich ist dieser Schritt nicht nur für die Wikipedia, auch Buchhändler sehen dem Vorhaben negativ entgegen, was es kostenlos gibt, brauch halt nicht mehr gekauft werden.

Wir sind vor allem gespannt, wie der “Brockhaus online” technisch umgesetzt wird und wie schnell Google den Neuling lieben lernen wird. Bis die Vormachtstellung der großen Wikipedia bröckelt, dauert’s natürlich – aber der Brockhaus hat definitiv das Zeug dazu.

zur Pressemitteilung

via basicthinking.de & boesenblatt.net

6 Antworten zu “Wikipedia bekommt prominente Gesellschaft in den SERPs”

  1. Tim 'avatar' BartelNo Gravatar sagt:

    “Weniger erfreulich ist dieser Schritt nicht nur für die Wikipedia…”

    Im Gegenteil. Die “freie” (wie in Bier) Verfügbarkeit der Brockhaus-Inhalte dürfte nahezu jeder überzeugte Wikipedianer begrüßen. Es fehlt nur der Schritt zur “echten” Freiheit – der freien Lizenzierung der Texte. Aber ich bin weiterhin guter Dinge, dass es über kurz oder lang auch noch dazu kommen wird.

  2. BlackHat und GreyHat Zeug ... sagt:

    Achtung hier kommt unser Content……

    Wie man heute an verschiedenen Stellen lesen konnte, plant wohl Brockhaus eine komplett neue Positionierung am Markt. Der Brockhaus Verlag wird Ihr Lexikon frei ins Netz stellen, und über Werbung Ihre Monetisierung machen. Wirklich clever die Jungs, h…

  3. TomNo Gravatar sagt:

    na das glaub ich weniger, das Wikipedia dadurch anfängt zu bröckeln. Und außerdem: wer garantiert mir, das alle Informationen im Brockhaus richtig sind? Ich zweifel am Brockhaus genauso wie an der Wikipedia. Wobei ich der Wikipedia in manchen Teilbereichen der Geschichte noch mehr Vertrauen schenke wie dem Brockhaus. ;) Alles ist manipulierbar, auch die Medien und der Brockhaus. Die niedergeschriebene Geschichte ändert sich doch dauernd und ich denke, das man bei Wikipedia durch enorm viele Autoren da schneller reagiert als der Brockhaus.

    Gruß

  4. Andreas Hobi | schweizweit.netNo Gravatar sagt:

    Vielleicht kann Brockhaus bei Standard-Themen mit der Wikipedia mithalten.

    Jedoch bezweifle ich, dass er bei neu aufkommenden Themen gleich gut sein wird wie Wikipedia. Beiträge wie den folgenden wird man bei Brockhaus wohl nie finden: ;o)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Next_Uri_Geller

  5. SebastianNo Gravatar sagt:

    ja, mit vergleichbarer aktualität kann brockhaus nicht dienen. bei suchen nach uri gellar und ner laufenden show kann man wikipedia nix vormachen. aber “standard-themen”.. naja, das sind doch ne menge und ich glaube für meine doktorarbeit würde ich den brockhaus als nachschlagewerk (auch online) vorziehen. aber mal abwarten, wie es aussehen wird.

  6. WagenerNo Gravatar sagt:

    Ich glaube kaum, dass es da viel Gesellschaft für die Wikipedia gibt … ;-) Mal abwarten, wie sich der Brockhaus in den Serps schlägt.

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