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Die Zukunft von SEO

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Derzeit treibt eine Reihe von Leuten das Thema „Zukunft der SEO“ um. So kommentieren zum Beispiel Johannes Schritz oder ibusiness.de (kostenpflichtig), wo auch ich kurz zu Wort komme, die derzeitige Situation und wagen einen Blick in die Kristallkugel. Als Tenor ist die Professionalisierung von SEO-Dienstleistungen auszumachen. Hier stört mich jedoch vehement die Aussage, die Zukunft von SEO liege, als eine Dienstleistung von vielen, bei Fullservice-Agenturen mit der zweifelhaften Begründung, Suchmaschinenoptimierung könne ja prinzipiell jeder machen, der zum Beispiel Linkhandel betreibt.

Es gibt somit zwei Aspekte, denen ich mich in diesem Post zuwenden möchte:

  1. Tätigkeitsfelder innerhalb von SEO und die Grenzen des „Selbermachens“
  2. Die Umgestaltung der SEO Anbieter-Landschaft und deren Professionalisierung

SEO wird erwachsen. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein bisschen Linkspam oder gar Keywordstuffing gute Positionen garantiert haben. Des Weiteren setzt sich endlich bei vielen Webdevelopern SEO Basiswissen durch und viele Homepagebetreiber vermeiden zumindest die denkbar schlimmsten Anfängerfehler.

Wird dadurch jedoch der Beruf Suchmaschinenoptimierer überflüssig? Wohl kaum, viel mehr ist das Gegenteil der Fall. Die gröbsten Fehler bei der Umsetzung von Webprojekten werden zunehmend durch die allgemein bekannten SEO-Grundkenntnisse vieler Webmaster erkannt und behoben. Je größer die Zahl an Mitbewerbern, die SEO-Fallen vermeiden können, desto mehr braucht es den Spezialisten, der aus dieser Pattsituation hinausführt. Außerdem braucht es Ranking-Spezialisten, wann immer eine Seite stark umkämpfte Keywords anstrebt oder mit Webseiten konkurriert, die bereits mehr als das SEO Basis 1×1 berücksichtigen.

Neu ist lediglich, dass es auch wirklich ein Spezialist sein muss und nicht länger nur ein Scharlatan, der mit jahre-alten Tricks aus irgendwelchen Foren viel Geld von seinen Kunden ergaunert. Die Kunden wachen bei diesem Thema langsam auf und verlangen Resultate. In Zukunft muss ein SEO helfen können, richtig schwierige Rankingprobleme zu lösen. Er muss Kundenseiten bei Begriffen platzieren, die Millionen an Mitbewerber haben, da diese einen hohen ökonomischen Nutzen haben. Der Suchmaschinenoptimierer muss über das allgemeine in SEO-Foren nachzulesende und oft falsche „Wissen“ hinaus in der Lage sein, wirklich neues Wissen zu generieren, welches die Konkurrenten seiner Kunden noch nicht anwenden.

SEO wird sich also somit zunehmend professionalisieren, während sich bei den Anbietern über die erbrachten Leistungen die Spreu vom Weizen trennt. Ich denke daher – wie auch schon in ibusiness zitiert -, dass es in naher Zukunft ein Sterben von Mini-SEO Beratern geben wird, die mit Metatags und schlecht umgesetztem Linkkauf ihren Kunden kaum praktischen Nutzen erbringen.

Ganz im Gegenteil zur Kernaussage des ibusiness-Artikels denke ich nicht, dass in Zukunft SEO als ein Thema unter vielen im Marketingmix von Fullservice-Agenturen landen wird. Gerade diese haben weder die wissenschaftlichen noch die technischen oder personellen Ressourcen, um mit dem Druck durch die häufigen Veränderungen und Verbesserungen der Algorithmen der Suchmaschinen mithalten zu können. Viel eher müssen Fullservice-Anbieter sich dieses Spezial-KnowHow selbst zukaufen, sollten sie Ihren Kunden Mehrwert bieten wollen.

Zum Ende von SEO im Allgemeinen: Das Generieren des Vorsprung sicherndem Wissens wird auch nach wie vor möglich sein. In den meisten Fällen nicht mehr durch Diskussionen über kleinere Rankingexperimente, sondern mit denselben Datamining- und Statistik-Verfahren mit denen auch Suchmaschinen arbeiten. Suchmaschinen sind in Wahrheit nichts anderes als (sehr) komplexe Softwareprojekte. Diese lassen sich mit den richtigen Werkzeugen auch beobachten, analysieren und am Ende zu großen Stücken reverse engenieren. Darin liegen meiner Meinung nach die Vergangenheit und auch die Zukunft von SEO.

SEO-Agenturen müssen demnach dieses Wissen generieren und verwerten können, also für Kunden nutzbar machen. Sie müssen dessen Anwendung und Implementierung in Kundenwebseiten überwachen und den Nutzen diverser Maßnamen messen und belegen. Dies stellt die primären Aufgaben von SEO-Maßnamen dar und überfordert aktuell bereits viele Anbieter und es ist nicht abzusehen, dass SEO in Zukunft leichter werden wird…

Es ist in diesem Zusammenhang immer häufiger zu beobachten, dass mehr SEO-Anbieter sehr stark auf SEM umschwenken. In meinen Augen lässt sich an diesem Umstand eine fachliche Schwäche vieler dieser Anbieter erkennen.

Da sie mit den Standardmethoden aus dem SEO-Handbuch nicht länger punkten können oder Kunden sich dieses Wissen inzwischen selber erarbeiten, flüchten sich besagte Anbieter in das Geschäftsmodell, die anstrengend langweiligen Marketingkampagnen für ihre Kunden in Google AdWords zusammenzuklicken. Beide Seiten, Kunden und Anbieter, übersehen dabei jedoch, wie Google mit dem QualityScore in immer stärkerem Maße automatisierte Rankingfaktoren genau wie bei den organischen Resultaten in die Bestimmung des Preises für Klicks der Anzeigen einfließen lässt.

Damit haben wir auch gleich noch die Zukunft von SEM geklärt: Ohne SEO werden die Werbebudgets in unnötig teuren Kampagnen verbrannt, anstelle mit Hilfe von Spezialisten bezahlte und organische Suchmaschinenpositionen gleichermaßen optimieren zu lassen.

Eine erfolgreiche Online Marketing Agentur wird also in Zukunft SEO und SEM anbieten können, aber SEO anbieten müssen. Ist dem nicht so, werden die Kunden von der Agentur kaum optimale Resultate bei der Nutzergenerierung über Suchmaschinen bekommen können. Und am Ende geht es in unserem Beruf ja genau darum – eine OPTIMIERUNG von Ergebnissen! ;-)

Andreas F. Hoffmann

Wo liegt die Zukunft für SEO?
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10 Antworten zu “Die Zukunft von SEO”

  1. SEO-Blog » Wie sieht das SEO-Business in Zukunft aus? sagt:

    [...] des SEO-Dienstleisters SearchLab GmbH, gelesen, in dem er schildert, wie seiner Meinung nach das SEO-Business in Zukunft aussehen [...]

  2. SearchLab - SEO-Blog » Blog Archive » Linkbuilding für Romantiker sagt:

    [...] Eine breite Datenbasis gekoppelt mit leistungsfähiger Infrastruktur legt den Grundstein für professionelle SEO, dabei stellt die Visualisierung und Auswertung einen der wichtigsten Punkte dar. Was nützen [...]

  3. PeterNo Gravatar sagt:

    Wenn Suchmaschinen WIRKLICH gut arbeiten würden und wirklich einen Algorithmus hätten, der nicht optimierte Seiten nach vorne schiebt, sondern jene, welche für den “ahnungslosen” User am relevantesten sind (und dies sind leider häufig nicht die von professionellen SEO’s optimierten Seiten), tja dann würden wohl viele SEO’s künftig damit beschäftigt sein, guten (nicht optimierten, sondern wirklich relevanten) Content zu schreiben oder Seiten zu programmieren, welche andere inhaltliche Vorteile für den User haben!
    Es liegt also in der Hand von Google & Co wie stark die Nachfrage nach SEO’s in mittlerer Zukunft sein wird…

  4. Das Tourismus Blog - Südtirol sagt:

    Suchmaschinenoptimierung überflüssig dank moderner Technik?…

    Ein interessanter Artikel zur Zukunft der Berufsgruppe “SEO” findet sich auf auf http://www.search-lab.de: Da schreibt Andreas F. Hoffman, Chef einer Webagentur und tätig an der freien Universität Berlin (sofern die Info auf seiner Website noch …

  5. Tadeusz SzewczykNo Gravatar sagt:

    Vor Allem liegt die Zukunft des SEO nicht nur in der Google-Optimierung oder schlimmer dem Kauf von Links. derzeit betreiben die meisten SEOs Link-Kauf als wichtigste “Optimierung”. Das kann es doch nicht sein. Ausserdem ist Google nicht der einzige Traffic-Lieferant da draussen.

  6. FinanzblogNo Gravatar sagt:

    Naja, SEO sollte eben nur eine Möglichkeit sein, neue oder bestehende eigene bzw. Kundenprojekte zu vermarkten. Der Weg sollte wie Tadeusz bereits beschreibt, weg von Linkkauf, Linkmiete etc. als einzigen Mitteln hin zu einer integrierten Beratung und Begleitung führen. Dazu zählen Aufbau und Struktur, Verbesserung der Usability und damit auch der Conversion, Nutzung des gesamten Arsenals an Marketingmöglichkeiten. Und genau da wird sich die Spreu vom Weizen trennen, denn nur ein Bruchteil aller SEOs, die sich derzeit mehr oder minder erfolgreich am Markt tummeln, beherrscht all diese Eigenschaften, eine Seite derart zu betreuen.

  7. Felix Wunderwald Blog » Blog Archiv » SEO-Zukunft sagt:

    [...] aus? Ein Blick in die Glaskugel ist schnell geworfen und so gibt es in der Szene viele Meinungen und Kommenrate zu diesem [...]

  8. SearchLab » Blog Archive » Das Ende von SEO (schon wieder) sagt:

    [...] auf das Interview reagiert, kann man im Abakus-Forum nachlesen. Einen längeren Artikel über die Zukunft von SEO gibt es hier im [...]

  9. MariuszNo Gravatar sagt:

    Die effektivesten Techniken im SEO werden sicherlich durch das Reverse Engineering entstehen (wie im Artikel festgestellt) und hier fehlen oft einfach die technischen Grundlagen. Denn: Google ist im Endeffekt auch nichts anderes als ein Interpreter ;)

    Der SEO Bereich wird sich in den kommenden 2 Jahren konsolidieren. Denke, dass sich die grossen/klassischen Marketingagenturen in den SEO Markt einkaufen werden. My 2 cents..

  10. savseoNo Gravatar sagt:

    Die Suchmaschinen Optimierung hat ein unglaubliches potenzial an wissen und möglichkeiten in der Welt der Internets. Hinzugekommen ist jetzt noch die SMO Social Media Optimierungs Brache die auch ein unglaublich weites spektrum an vernetzungen bietet. Es werden soviele neue möglichkeiten für SEOs eröffnet das sagt doch schon alles und beatwortet doch jede frage. Solange es das Internet geben wird wirds auch SEOs geben.

    Grüße an das search-lab Team

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