Online Poker spielen – die graue Glücksspielwiese
Im Oktober 2006 wurde der “Unlawful Internet Gambling Enforcement Act” (UIGEA) vom US-Kongress verabschiedet, der unter anderem jegliche Transaktion finanzieller Art von US-Konten zu Online-Casinos verbot. Harte Zeiten für Anbieter und Spieler in den Vereinigten Staaten, wo es doch gerade so gut lief – vor allem in finanzieller Hinsicht, zumindest für die Betreiber der virtuellen Casinos.
So zog es die großen Anbieter ins graue Europa. Und zwar aus einem bestimmten Grund: In Deutschland macht man sich strafbar, wenn man ohne Lizenz ein Glücksspiel anbietet, bei dem es Geld zu gewinnen/verlieren gibt. Die rechtliche Grauzone ergibt sich aus der Tatsache, dass es Anbietern – zum Beispiel für Online Poker, die ihren Sitz nicht in Deutschland haben, nicht verboten ist, deutsche Spieler anzunehmen.
In den vergangenen Monaten wurden die Werbekampagnen für Online Poker derartig forciert, dass Poker Spielen zum neuen Trend wurde. Vor allem durch die zahlreichen Fernseh-Werbespots von Online-Anbietern wie EverestPoker oder PokerStar stiegen Nutzerzahlen sowie Umsätze rasant in die Höhe. Ein großer Teil des Geldes wird in die Marketingabteilung gesteckt. Vor allem im Bereich des Sports scheinen die Betreiber ihre Zielgruppe erkannt zu haben. Als Beispiel sei die Partnerschaft von Everest Poker mit dem Fußballverein Bayer 04 Leverkusen zu nennen.
Neben zahlreicher Werbespots sind es vor allem auch Fernsehübertragungen von Poker-Events beim DSF, die die Aufmerksamkeit für potenzielle Poker-Einsteiger gewinnen sollen.
Und die Kampagnen zeigen Wirkung:

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Im Online-Bereich, wo das eigentliche Hauptaugenmerk liegen sollte, stellt sich die Situation für Anbieter von Online Poker etwas schwierig dar. Viele Anzeigenprogramme lehnen das Bewerben von illegalen Inhalten verständlicherweise ab. Als Beispiel sei Google genannt.
So steht zum Beispiel in den AdWords-Richtlinien unter “Glücksspiele”:
Die Anzeigenschaltung für Online-Casinos und Glücksspiele ist nicht gestattet. Dazu gehören Sportwetten, Lotterien, Bingo, Poker, Websites, die Tipps oder Gewinnwahrscheinlichkeiten im positiven wie im negativen Sinne anbieten, Software für Online-Casinos und Online-Glücksspiele sowie Partnerunternehmen, die die Besucherzahlen von Websites mit Online-Glücksspielangeboten steigern sollen.
Und tatsächlich: Sucht man bei Google zum Beispiel nach “Online Poker“, so erhalten wir eine werbefreie Ergebnisliste.
Aber wie verhält es sich mit Vertippern? Die Antwort lautet: Gänzlich anders, wie folgender Screenshot zeigt:
Auch weitaus entferntere Begriffe wie “omline poher” oder “opline poper” führten zur Schaltung von Poker-Werbeanzeigen. Das zeigt, dass auch im Werbeprogramm Google AdWords eine gewisse Grauzone genutzt wird, um aus dem Poker-Boom Profit zu schlagen. Neben den Anzeigen ist auch die Anzahl der Ergebnisse interessant. Für “omline poker” findet Google stolze 70.000 Resultate.
Dass der Poker-Boom abimmt, ist vorerst nicht abzusehen. Es macht halt einfach Spaß, von Suchtgefahr wollen die meisten Spieler nichts hören, das werde medial gepusht wie aktuell das Koma-Saufen bei Teenagern. Die Politik nimmt sich dieser Fragen zeitnah an, so heißt es. Dann werden Grauzonen gesetzlich verboten, vielleicht.
Weitere Informationen zum Poker-Fieber gibt es hier.











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18. August 2007 um 06:30
Wir von GoodLuck finden ja lustig, das PokerStars und Andere dennoch aktiv in den USA sind obwohl die meisten Anbieter wie PartyPoker sofort alle Aktivitäten eingestellt haben.
23. August 2007 um 10:31
Eigentlich wäre es an der Zeit, ein verbindliches Gesetz für Europa zu verabschieden. Dem Staat fehlen zur Zeit Millionen an Einnahmen aus dem Glücksspiel und er ist trotzdem nicht in der Lage, eine vernüftige Gesetzgebung auf die Beine zu stellen. Schon krass.
22. Oktober 2007 um 13:53
Wozu gibts denn die EU? Das wird alles früher oder später… VIEL SPÄTER… vereinheitlicht werden, aber es gibt halt Interessenskonflikte. Das ganze wird noch eine Weile auf sich warten lassen.
4. November 2007 um 18:20
Google hat ganz klare Richtlinien gegen Glücksspielwerbung. Zwar schlüpfen teilweise noch Anbieter mit falsch geschriebenen Keywords durch, aber Google prüft auch manuell Keywords ab. Woher ich das weiß? Weil ich es selbst probiert habe und nach 2 Verwarnungen aufgehört habe (Google hat mit Sperrung des Kontos gedroht). Fernab davon Schweden macht es derzeit vor, wie es gehen kann. Dort hat die Regierungskoalition die Demonopolisierung und Privatisierung des Glücksspielmonopols auf Druck der europäischen Kommission beschlossen.
Und in Deutschland soll immer noch der neue Lotteriestaatsvertrag in Kraft treten ,-(
naja….