Google Chrome - Alle gegen Microsoft
Google gibt heute abend überraschend den Download einer ersten, öffentlichen Version des eigenen Web-Browsers Chrome frei.
Chrome soll laut Google sicher, schick und vor allem schnell sein. Er führe sämtliche Vorzüge bestehender Browser zu dem Instrument für Webanwendungen zusammen, in erster Linie optimiert für die eigenen Dienste (z.B. Docs & Spreadsheet)
Ein paar Tage zuvor verlängerten Mozilla und Google ihre Kooperation, wonach Google drei weitere Jahre Millionen an Mozilla überweist, um weiterhin als Standard-Suchmaschine und Startseite im Firefox voreingestellt zu sein. Kann als eine Art Abfindung verstanden werden, schließlich sind es vor allem die Firefox-Nutzer, die Chrome zumindest mal testen werden. Es kann aber auch als Signal verstanden werden.
Dass Chrome ein Open-Source Projekt ist, wirkt wie ein Magnet auf Technikfreunde im Internet. Zudem kann die Verlängerung der Kooperation mit dem beliebten und erfolgreichen Open-Source-Projekt Firefox dafür sorgen, dass Google sich zusätzlich medienwirksam auf die Seite der Webcommunity schlägt - oder sich wenigstens von Microsoft samt Image distanziert. Chrome soll nicht in erster Linie als Konkurrenz zu Firefox verstanden werden, sondern als bessere Option zum marktdominierenden Internet Explorer.
Firefox, Safari & Opera sollen als Open-Source-Lösung im Idealfall in einer Reihe mit Chrome genannt werden, gemeinsam gegen den IE. Circa 70% der Internet-Nutzer weltweit surfen mit Microsofts Hausmarke, der in nächster Zeit ein Update auf Version 8 bevorsteht (Download IE8-Beta2).
Firefox nutzen derzeit circa 20%. CEO Lilly sieht der neuen Konkurrenz übrigens relativ gelassen entgegen:
[...] Es dürfte niemanden wundern, dass Google hier aktiv geworden ist. Ihr Geschäft ist das Internet. Chrome wird als Browser für die Dinge optimiert sein, die Google für wichtig erachtet [...] in erster Linie ist Chrome ein weiterer interessanter Browser, den Nutzer wählen können [...]
Besonders gespannt bin ich bei Chrome auf den Umgang mit Nutzerdaten bzw. Datenschutzbestimmungen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Google hier gesondert Wert auf saubere, sichere und vor allem unpersönliche Handhabe mit Nutzerdaten legt und dieses Vorhaben auch stark kommuniziert. Das steigende Misstrauen der Nutzer gegenüber der Datenkrake Google ist eines der größten aktuellen Probleme des Suchmaschinenbetreibers.
Mit dem IE8 habe ich aus aktuellem Anlass heute ein bisschen Zeit verbracht, wobei hier die Betonung auf “ein bisschen” liegt. Die Darstellung einiger Webseiten ist häufig unvollständig, Bilder werden nicht geladen und die neuen Features haben mich auch nicht an einen möglichen Umstieg denken lassen. Umso mehr freue ich mich auf einen ersten Test mit Google Chrome.
Update:


(7 votes, average: 4.29 out of 5)










RSS 2.0
3. September 2008 um 20:40
Was das Thema Datenschutz angeht, so sind die ersten Reaktionen in der Blogsphäre anscheinend eher ernüchternd:
http://netzpolitik.org/2008/es-ist-nicht-alles-chrome-was-glaenzt/
http://tapthehive.s483.sureserver.com/discuss/This_Post_Not_Made_In_Chrome_Google_s_EULA_Sucks
3. September 2008 um 20:41
P.S.: Die angezeigt Uhrzeit der Posts ist nicht CEST
4. September 2008 um 01:15
Also ich habe es natürlich auch gleich runtergeladen.
Voller Neugier probierte ich einiges aus und muss sagen, so manche Funktion fehlt mir dann doch arg.
Einige Sites machten sogar Probleme, sodass ich dort erst einmal eine Mail hingeschickt habe. Mal sehen, ob eine Antwort kommt.
4. September 2008 um 10:56
google ändert die agb’s aber wohl schon.
war nen ‘cut&past’ fehler wenn man das so nennen darf.
ich persönlich finde den browser schon sehr schön auch wenn er noch macken hat. aber es ist halt erstmal nur eine beta was soll man mehr verlangen.
quelle:
http://gamestar.de/hardware/news/internet/1948776/google_chrome.html
4. September 2008 um 20:25
Bin (noch?…) nicht sehr vom Chrome überzeugt. Noch mehr personelle Daten, die Google durch das Surfverhalten mit dem Browser erfassen kann…
Aber skeptisch war ich ebenso gegenüber gmail, jetzt hab ich selbst so ne Adresse…
5. September 2008 um 10:53
[...] Mist gebaut, wie Matt Cutts auf seinem Blog auch später einräumte. Für Aufregung (siehe Kommentar von Caspar) sorgte vor allem Punkt 11 der Vereinbarung, die jeder Nutzer vor dem Download akzeptieren [...]
7. Oktober 2008 um 18:19
Google Chrome wird stark überschätzt. Der Browser spielt laut Untersuchung meherer Marktforschunsinstitute derzeit keine bzw. nur eine sehr kleine Rolle.
Google Chrome ist ja wenige Tage nach dem Start stark in die Kritik geraten weil Google vorgeworfen wird, die Daten der Benutzer zu sehr auszuspähen.