Home | Blog | Leistungen | Projekte | Kontakt | Jobs | Impressum

Das Backlink-Problem – Ursache für fallende Positionen bei Google

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (21 votes, average: 4.57 out of 5)
Loading ... Loading ...

In der letzten Zeit erreichen uns immer mehr Anfragen von verzweifelten Webseitenbesitzern, welche jeweils demselben Muster folgen.

Da sich offensichtlich ziemliche Ratlosigkeit bei vielen Betroffenen und deren Beratern breit macht, möchten wir ein wenig Licht in diese Angelegenheit bringen und Lösungsansätze vorstellen.

Was genau ist das Problem?

Eigentlich sind es mehrere Probleme, die einzeln oder in Kombinationen auftreten:

  • Die Seite fällt kontinuierlich in ihren Google-Positionen
  • Die Seite verliert kontinuierlich Nutzer, welche über Google kommen
  • Die Seite verliert ihren „Long Tail“ an Keywords, welche die Mehrzahl der Nutzer brachten, während unter Umständen die Positionen für die wichtigsten Hauptkeywords (relativ) gut bleiben
  • Die Entwicklung der Positionen bei Google sehen ungefähr so aus:

Welche Ursachen werden meist vermutet?

Wenn überhaupt irgendwelche Probleme identifiziert werden, scheint zunächst doppelter Content für die meisten Schwächen verantwortlich zu sein. Und tatsächlich ist es häufig so, dass viele der betroffenen Seiten von Content-Diebstahl in jeglicher Form betroffen sind. Beispiele dafür sind „Proxy Highjacking“, Spammer ranken mit Zitaten besser als die vollständigen Originale oder es werden RSS Syndication Portale mit dem duplizierten Content von Feeds besser als die Originale gelistet.

In welchem Zeitraum werden die Vorgänge beobachtet?

Meist ist es ein Verfall, der sich seit Dezember 2007 hinzieht. Oft werden auch Schübe von Positionsrückgängen im Dezember, Februar und März beschrieben.

Was haben all diese Probleme nun gemeinsam?

Sie werden von Googles Bemühen ausgelöst, die Backlinks zu entwerten, die nach Googles Ansicht von geringer Qualität sind! Seit Ende Dezember 2007 hat Google mehrere Updates eingespielt, welche zunächst darauf abzielten Linkkauf und später auch Links aus Artikelverzeichnissen zu entwerten. Allgemein ging es darum, tendenziell eher künstliche Verlinkungen – etwa aus Footern – zu entwerten. Auch Themenrelevanz der verlinkten Dokumente spielt unsere Ansicht nach eine zunehmende Rolle. Des Weiteren haben – in der Umkehrung – Links aus Texten heraus immer stärker an Wirkung gewonnen, selbst wenn die Links auf Dokumenten mit geringem Page Rank stehen.

Interessanterweise sind die vermuteten Ursachen im DC Bereich zwar weitere „Sargnägel“, aber nicht die eigentliche Ursache der Positionsverluste! Es ist viel mehr so, dass diese Duplikate nur besser im Google Index zu finden sind, als die Originale, weil diese von Google abgestraft werden bzw. weil sie von Google nicht mehr als originäre Quelle des Contents betrachtet werden.

Was kann man tun?

Zunächst sollten andere Ursachen für Rankingverluste ausgeschlossen werden. Dies kann mit einer entsprechenden Recherche relativ leicht festgestellt werden, indem die Klassiker, wie falsche robots.txt-Einträge und ähnliches, ausgeschlossen werden.

Sind keine solcher Ursachen festzustellen, sollte in einem nächsten Schritt eine gründliche Backlink-Analyse erfolgen. Kostenlose Webtools in Form von Backlink-Checker können hier als Grundlage einer Recherche dienen.

Die gefundenen Domains gilt es nun unter verschiedenen Gesichtspunkten zu prüfen, wobei folgende Kriterien als grobe Einschätzung herangezogen werden können:

  • Art der Webseite (Artikelverzeichnis?)
  • Google Site-Abfrage
  • Ranking bei Google für die Hauptbegriffe
  • Google- & Yahoo!-Backlinkabfrage
  • Einsatz unlauterer Methoden wie Cloaking oder hidden Text
  • Google PageRank

Dies ist natürlich nur eine kleine Auswahl an Methoden, die für ein paar zu prüfende Domains noch im Rahmen des Möglichen einer Analyse liegen. Für kleinere Projekte mit einer handvoll Dokumente (bzw. Backlinks) sollte dies in der Regel ausreichen, die „schwarzen Schafe“ benennen zu können und ggf. Kooperationen zu beenden. Für Domains mit mehreren Tausend Backlinks stellt sich eine Backlink-Analyse schon etwas zeitaufwändiger dar.

Vor allem, wenn man bedenkt, dass sich Erkenntnisse besser aus der historischen Entwicklung der Backlink-Qualität ergeben, als aus einmaligen Analysen.

Das größte Problem, wenn wir Kundenprojekte zu einem Zeitpunkt übernehmen, an dem das „Google-Kind“ bereits in den „Link-Brunnen“ gefallen ist, stellt daher das Fehlen historischer Daten über die BackLink-Entwicklung dar. Für Bestandskunden von SearchLab gibt es unseren BackLinkMonitor. Dieser zeichnet wöchentlich auf, mit welchen suchmaschinenrelevanten Links die Zieldomain gefunden wird, welche Linktexte dabei verwendet werden oder wie der PR der verlinkenden Dokumente ist (uvm).

Bei einem neu übernommenen Projekt können diese zwar in begrenztem Umfang rekonstruiert werden, es muss aber für eine fundierte Analyse eine gewisse Zeit gewartet werden, damit die entscheidenden Daten eine aussagekräftige Zeitreihe bilden.

Bis verlässliche Aussagen über „Faule-Link-Äpfel“ im „BackLink-Korb“ getroffen werden können, braucht es daher mindestens drei Wochen um Links auszumachen, deren relevante Qualitäts-Parameter verfallen. Wenn Google in dem besagten Zeitraum wenige Daten aktualisiert, kann dies auch länger dauern, bei richtigen Google-Updates reichen auch zwei Wochen.

Hier eine beispielhafte Auswertung des PageRank-Verfalls der linkenden Dokumente über Monate:

PR-Entwicklung linkender Dokumente

Auf jeden Fall bietet eine kontinuierliche und genaue Analyse eine verlässliche Basis um entscheiden zu können, welche Link-Kooperationen beendet werden sollten. Sie liefert darüberhinaus die nötigen Entscheidungsgrundlagen um in Erfahrung zu bringen, welche Art von Links benötigt werden um dem Verfall entgegen zu treten. Des Weiteren liefert eine solche Analyse die Grundlagen für eine Evaluation bisheriger Linkbuilding-Bemühungen.

Das Backlink-Problem als Ursache für fallende Google-Positionen ist besonders in den letzten Monaten allgegenwärtig und wird entweder nicht erkannt oder stark unterschätzt. Saubere Seiten (Onpage) könnten ohne den Balast schlechter Backlinks oft weitaus besser dastehen.

Andreas Hoffmann

19 Antworten zu “Das Backlink-Problem – Ursache für fallende Positionen bei Google”

  1. der-HeikoNo Gravatar sagt:

    Danke für diese tolle Zusammenfassung. Eine sehr gute Beobachtung.
    Ich analysiere sehr stark meine Mitbewerber und dachte bei den ersten Anzeichen erst, dass die nicht genügend “frische Links” von oben nachfüllen ( Ähnlich einem Eimer, der unten ein kleines Loch hat und so immer Bedarf hat an Wasser, was oben nachgegossen werden muss).

    Allerdings tauchten immer mehr und mehr Blogsysteme in den Serps auf, die aus nix, als aus Feedmashups bestanden. Mal mehr, mal weniger gut gemacht.

    Mein Ansatz war ähnlich SEM (Google ist nie Dein Feind bei sauberem Handwerk) und hab alles bei Webmastercentral angemeldet und gebe nur sehr ausgewählte Inhalte über Feeds nach draussen.

    Also nicht den kompletten Beitrag via Feed, sondern nur den Beitragsaufmacher etc. Als weitere Variante kann man bei der generierung des Feeds auch eine Zeitschleife einbauen. Sprich, der Feed ist nicht live, sondern aktualisiert sich erst eine Stunde nach dem Submitten. Für schwächere Webseiten unbedingt empfehlenswert.

    Wehe, irgend wer bei Heise im Forum findet die News nach 1 Minute, dann rankt Heise und binnen 10 Minuten kommen noch wenigstens 3 Feedgeneratoren, die das includieren. Nach der Stunde ist für den “echten” Urheber keine Chance mehr für die Top 5.

    Grüssle Heiko

  2. Jena erNo Gravatar sagt:

    Google geht da letztendlich einen gefährlichen Weg. In ihrem Drang, das Internet dem eigenen Algo anzupassen, statt mit der allgemeinen Entwicklung zu gehen und einfach nur mit neuen (positiven) Rankingmethoden u reagieren, könnte am Ende die ganze Suchmaschine vor den Hund gehen. Wenn es so einfach ist, Konkurrenten aus dem Rennen zu schicken, hat das einen verherenderen Einfluß auf die Suchergebnisse als gekaufte Links und sonstige Tricks zusammen.

  3. gelegenheitsbotNo Gravatar sagt:

    Irgendwann wird das google in den griff bekommen. Vor allem, weil dieses Thema das geklauten DC inzwischen von allen Seiten bemeckert wird und black hat das als Vorteil nutzen.

    Irgendwann gibt es ein update wo mal wieder vollkommen dieSERP in allen BEreichen wackeln. Kann auch nich mehr lange dauern. Weil google inzwischen durch den geklauten DC bei den meisten Webmastern derart an Achtung verloren hat, dass es das problem sicher bald löst! ;)

    Und dann wird so der ein oder andere black hat husten :D

  4. da(n)seoNo Gravatar sagt:

    Ich denke was sehr viel dazu beiträgt sind die Umstellungen einiger wichtiger Autoritäten auf “nofollow”. Erst kürzlich haben O’really, flickr (bis auf den profillink bis jetzt) oder z.B. Linux.com diesen Schritt gemacht. Da werden sicherliche etliche andere Seiten “dranhängen” die nun ebenfalls einen Haufen trust verloren haben …

  5. Ingo unterm SonnenschutzNo Gravatar sagt:

    Danke für den Bericht. Aber meine erfahrungen sind eher, dass die eigene Seite weniger Stärke von zb. Webkatalogen oder Artikelverzeichnissen bekommt, als von anderen Verlinkungen. Von einer negativen Beeinflussung kann ich eigentlich nicht sprechen. Ich schätze mal, dass Webkataloge, Artikelverzeichnisse usw. ca. ein viertel der Linkstärke weitergeben. Bei “normalen Links aus dem Text heraus” sind um einiges stärker!

    Und außerdem, es hätte doch gar keinen Sinn, dass eine “negative Stärke” von Webkatalog-Links ausgeht?! Oder wie seht ihr das?

    Ingo

  6. Andreas HoffmannNo Gravatar sagt:

    Unseren Erfahrungen nach gibt es sehr wohl negativ wirkende Links. Wie diese genau implementiert werden, ob es so etwas wie negativen PR gibt oder Filter die ab bestimmten Schwellwerten wirken ist „spekulative Geschmackssache“. Das die Störmöglichkeiten durch „schlechte Links“ ein sehr zweischneidiges Schwert für Google sind und das dies sowohl die Ergebnisse verbessern als auch wiederum verschlechtern kann weil diese Möglichkeiten missbraucht werden, ist offensichtlich. Mein Fazit lautet daher: Google ist alles andere als perfekt! ;-)

  7. RichyNo Gravatar sagt:

    Hallo Andreas, also die Problembeschreibung trifft auf meine Seite hundertprozentig zu. Die hat bisher ihre Besucher weitestgehend durch LongTail-Anfragen bekommen, die aber nun zum Großteil weggefallen sind. Lediglich ein paar wenige Hauptkeywords blieben übrig.

    Allerdings: die Seite steht seit 2001 im Netz und hat überwiegend natürliche und freiwillige Backlinks bekommen. Keinerlei Links aus Artikelverzeichnissen, nur einige wenige Webkataloge, etc. Da die Informationen der Homepage einzigartig waren gab’s viele themenrelevante Links; von kleinen Webseiten, Blogs und Foren. Ein paar Links habe ich auch getauscht, allerdings darauf geachtet, dass nur themenrelevant verlinkt wurde. Ich habe von einer Unterseite auf eine Linktausch-Seite gelinkt, die zum Thema der Unterseite passte, der Partner von einer anderen Seite auf eine passende Unterseite von mir.

    Woran könnte es liegen, dass auch meine Seite davon betroffen ist? Denn laut deinen Ausführungen dürfte die Domain nicht gefährdet sein, oder?!

  8. Andreas HoffmannNo Gravatar sagt:

    @Richy: Du hast eine Antwort via PN bekommen…
    @alle Leser: Artikelverzeichnisse oder Webkataloge sind nur zwei von vielen Möglichkeiten an Backlinks die Google nicht mag…

  9. SearchLab » Blog Archive » Weniger ist Mehr - das gilt auch für Backlinks sagt:

    [...] Blogpost dient als Antwort auf die oft – ungläubig – gestellte Frage, ob denn schlechte Backlinks tatsächlich schaden können. Es kann darauf nur [...]

  10. GewinnerNo Gravatar sagt:

    Hallo!

    Woran erkenne ich denn negative Links? Sind Footerlinks oder Links aus themenfremden Seiten auch schon schlecht, oder geht es hier wirklich konkret um Links, die (z.B.) aus total überladenen Artikelverzeichnissen stammen … Danke, Jan

  11. UlfiNo Gravatar sagt:

    Da das Problem auch mich selber betrifft, habe ich diesen Artikel von dir mit großem Interesse gelesen. Ich denke, dass du grundsätzlich recht hast und man sicher früher oder später auf die Nase fallen wird. Die Frage ist, was kann man wirklich dagegen tun? Welche Maßnahmen sollte man eher ergreifen?

  12. AbgelinktNo Gravatar sagt:

    Kann jemand was zu Penaltys sagen die sichtbar werden unter link:www.domain.de bei Google. Nämlich anstelle der mühsam erarbeiteten ca. 50 Stück auf einen Schlag und seit mehreren Wochen kein einziger Eintrag mehr.

    Zu den Keyword-Positionen im Rank kann ich leider nichts sagen da ich dies noch nicht beobachtet hatte.

    Was dazwischen passiert ist kann ich auch noch schildern – war auf jeden Fall nicht aktiv.

    Bin völlig ratlos

  13. WonderNo Gravatar sagt:

    Ich wusste nicht, dass es sogar einen Backlinkchecker gibt. Gar nicht so uninteressant dieses Programm, ich werde es sicher gleich mal ausnutzen.

  14. GerdNo Gravatar sagt:

    Sehr interessantes Problem mit den Backlinks.
    Vor allem weiß man ja, dass dieses Problem immer wiederkehrend ist.
    Mal sehen, ob es irgendwann ein für allemal eine Lösung hierfür gibt.

  15. » Google bestätigt das Backlink-Problem - SearchLab-Blog sagt:

    [...] Engine Roundtable hat vor einigen Tagen die Backlink-Problematik als Ursache für sinkenden Google-Traffic aufgegriffen. Hintergrund: in einem Google Groups Thread bittet ein Webmaster um Beantwortung der [...]

  16. Wie Blog optimieren. Hohe Zugriffszahlen bei YIGG, Google & Co | Nachrichten für dich und mich sagt:

    [...] jedoch als automatischer Backlink auf die eigene Seite gilt. Eine Thematik, die zwar kontrovers diskutiert wird, sich in der allgemeinen Sichtweise aber als für die Blogosphäre sinnvoll herausstellt. Denn [...]

  17. Svens HansNo Gravatar sagt:

    ja…ja… diese Backlinks… Was wurde darüber nicht schon alles geschrieben…
    Gruss
    Sven Hans
    http://www.schall-quelle.de

  18. AndreasNo Gravatar sagt:

    Danke für die Tipps. Ich werde jetzt gleich mal den Backlink Checker ausprobieren!

  19. vaporizerNo Gravatar sagt:

    Genau, weniger ist mehr!

    ich setze hier mal einen :)

Kommentar schreiben