Finanzchef Reyes verlässt Google
Seit fünf Jahren ist er der Chef der Finanzen beim Suchmaschinenbetreiber aus Mountain View. Am Börsengang im Jahre
2004 maßgeblich beteiligt, hielt sich George Reyes trotz seiner Verdienste, Verantwortung und Position eher bedeckt im Hintergrund.
Die Öffenlichkeitsarbeit – vor allem der Umgang mit den Medien – lag ihm nicht sonderlich. Dass Google’s Unternehmensphilosophie keine finanziellen Prognosen befürwortet, trug auch nicht wesentlich zum Redebedarf des scheidenden Chief Financial Officer bei.
Und wenn der Finanzchef sich mal zu Wort meldete, wie auf einer Konferenz einer US-Investmentbank, so sorgten seine Äußerungen auch schon mal für Kursrutsche. Von seiner Einschätzung zur “Verlangsamung des Umsatzwachstums” waren weder CEO Eric Schmidt noch die Aktionäre begeistert.
Dieser verbale Ausrutscher des durchaus angesehenden Finanzexperten liegt mittlerweile 1 1/2 Jahre zurück und damit wohl auch in keinem direkten Zusammenhang mit der Entscheidung.
Eric Schmidt ließ sich in der gestern veröffentlichten Pressemeldung so zitieren:
[...] George successfully navigated our innovative IPO,[...] Though we fully appreciate his decision to step back from active management, we’ll miss his thoughtfulness, good humor and wisdom.”
Und Larry Page ergänzte:
He has done an excellent job in keeping us financially disciplined while protecting the best of our entrepreneurial culture.
Ein Nachfolger seines Postens sei noch nicht gefunden, aber George Reyes hat bereits angekündigt, bei der Suche beratend zur Verfügung zu stehen.
Der Grund seines Abgangs zum Ende des Jahres bleibt derweil noch unbekannt. Aussagen wie die vom Finanz-Experten Martin Pyykkonen bezüglich der hohen Personalkosten bei Google (“Viele Leute an der Wall Street werden sagen, dass sie einen Finanzchef von größerem Kaliber brauchen”) ließen darauf schließen, dass Google (bzw. einflussreiche Aktionäre) die Entscheidung seines Finanzchefs begrüßen könnte.
Auf der anderen Seite könnten die Einschränkungen seiner Wirkungsmöglichkeiten (Reyes war beispielsweise nie Mitglied des zehnköpfigen Direktorium) seine Entscheidung gestärkt haben, eine neue Herausforderung zu suchen.
Es wird interessant zu beobachten sein, welche Person zukünftig für die Finanzen Google’s maßgeblich verantwortlich sein wird. Wie auch immer der Name des Nachfolgers/ der Nachfolgerin lauten mag, er wird lernen müssen, sich trotz hoher wirtschaftlicher Kompetenz dem Willen der Gründer Page und Brin unterordnen zu können.










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