Home | Blog | Leistungen | Projekte | Kontakt | Jobs | Impressum

Google auf chinesisch

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading ... Loading ...

Google-AnswersDie populärste Web-Marke weltweit verliert an Glanz und es besteht die Gefahr, dass sie Teile ihrer Nutzerschaft einbüßt.

Die Suchmaschine Google hat momentan sichtlich Probleme ihrem Robin-Hood-Image der letzten Jahre gerecht zu werden. Der junge Rebell, der sich jeglicher Auflage widersetzt, sich mit breiter Brust gegen die Mächtigen stellt, um der Netz-Community saubere, unzensierte Ergebnisse auf ihre Suchanfragen aufzulisten, sieht sich nun dem Vorwurf ausgesetzt, durch das große chinesische Sieb der Zensur zu filtern.

Dass Google nicht alleine auf der öffentlichen Anklagebank sitzt, weil Microsofts Suchmaschine MSN unlängst ganze Blogs zwecks Zensur gelöscht hat und Yahoo sich sogar dem Vorwurf gefallen lassen musste, mit den chinesischen Strafverfolgungsbehörden zu kooperieren, ist bekannt. Aber bei Google hätten es nun mal die Wenigsten erwartet, dass sie sich zwecks Marktausdehnung einer Zensur ihrer Suchergebnisse unterziehen lassen.

Google schuf sich ein Image, das gut ankam: So ließ man z.B. auf die Suchanfrage „failure“ weiterhin die Biografie George W. Bush’s an erster Stelle der Ergebnisse treten, auch wenn dies selbst das Ergebnis einer Manipulation war. Das ging um die Welt und machte sympathisch, da es dem gemeinen User das beruhigende Gefühl gab, mithilfe einer Seite zu surfen, die unabhängig von Klauseln und Vorschriften agiert.

Doch nachdem bekannt wurde, dass sich Google in China dem strengen Auge staatlicher Zensur unterwarf, um ungestört die dortigen Geschäfte betreiben zu können, sorgte für einen öffentlichen Aufschrei und für Anti-Google-Kampagnen, wie etwa „Google Broke Our Hearts“ oder „No Luv 4 Google“.

So liest man in zahlreichen Webblogs dieser Tage, dass sich Google in weiten Bereichen ihrer treuen Anhängerschaft auf einen Boykott einstellen muss. Die Suchmaschine hat an Glaubhaftigkeit und Seriosität eingebüßt; viele User – vor allem aus dem asiatischen Raum – glauben, sich nicht mehr dem Wahrheitsgehalt ihrer Suchergebnisse sicher sein zu können.

Der junge Suchmaschinen-Rebell Google, der Inbegriff und Vorreiter der Anti-Microsoft-Bewegung der letzten Jahre enttäuscht seine Anhängerschaft zutiefst. Der Jäger finanzkräftiger Monopolstellungen schuf sich selbst die Alleinherrschaft am Markt und sieht sich nunmehr selbst am Pranger gestellt. Steht der Platzhirsch zum Abschuss bereit? Die Konkurrenz ist groß und es bedarf nicht viel mehr als einen jungen, unabhängigen Wilden, um die Herzen der Netz-Community im Sturm zu erobern.

Google sieht sich also einer raueren Zukunft gegenüber, es bleibt abzuwarten, wie tief dieser Vertrauensbruch sitzt und welchen Einfluss dies auf die Marktanteile für die Websuche haben wird, nicht zuletzt, da Yahoo in der Qualität und Quantität ihrer Ergebnisse immer besser wird.

Ein eventueller Bruch des Google-Monopols bei der Suche würde nicht zuletzt auch neue Chancen und Möglichkeiten für den Bereich der Suchmaschinenoptimierung eröffnen.

2 Antworten zu “Google auf chinesisch”

  1. SearchLab Blog » Blog Archive » Die Macht der Suchmaschinen sagt:

    [...] “Wir glauben an Meinungsfreiheit, nicht an Zensur�, sagt Google-Sprecher Keuchel und stellt aber auch klar, dass man keine Seite in einem Land betreiben könne, ohne sich an Richtlinien zu halten. [...]

  2. Norman EhlertNo Gravatar sagt:

    Danke für den interessanten Beitrag!

Kommentar schreiben